FAQ

FAQ - Häufig gestellte Fragen

Inhaltsverzeichnis

1. Wie werden weitere direkte Emissionen (Scope 1) eingegeben? 2. Welche klimarelevanten Gase werden berücksichtigt? 3. Warum werden keine Emissionen berechnet, wenn ich Elektrizität aus erneuerbaren Energiequellen angebe? 4. Auf welcher Datengrundlage ist CliCCC aufgebaut? 5. Wie sicher sind meine Daten? 6. Wie funktioniert das Tool? 7. Wer hat das Tool entwickelt? 8. Wie funktioniert die Ermittlung länderspezifischer Emissionsfaktoren in den Vorleistungen? 9. Was hat sich von Version 2012 auf CliCCC 2013 geändert? 10. Worum handelt es sich bei den Nummern hinter den Branchen? 11. Wie gehe ich am besten vor, wenn ich die Scope 3 Eingaben leisten will?

Fragen und Antworten

1. Wie werden weitere direkte Emissionen (Scope 1) eingegeben? In einigen Fällen ist es nötig, weitere Angaben im Bereich direkte Emissionen (Scope 1) zu machen. Beispielsweise, wenn Sie einen Energieträger verbrennen, der nicht in der Liste geführt wird, oder direkt in Ihren Prozessen klimawirksame Gase entstehen. Wenn diese emittierten Gase nur Kohlenstoffdioxid, Methan und Lachgas enthalten, können die Massen hierfür in die entsprechenden Felder eingetragen werden. Wenn andere klimawirksame Gase entstehen, können Sie deren Massen mit dem dazugehörigen Treibhauspotenzial multiplizieren und als Position bei Kohlenstoffdioxidemissionen eintragen. Das gleiche gilt für weitere Brennstoffe.

Für eine Liste klimarelevanter Gase siehe auch die Frage Welche klimarelevanten Gase werden berücksichtigt?
2. Welche klimarelevanten Gase werden berücksichtigt? CliCCC berücksichtigt die drei Treibhausgase Kohlenstoffdioxid (CO2), Methan (CH4) und Lachgas (N2O), die zusammen über 98% der Treibhausgasemissionen ausmachen. Ihre Berechnung erfolgt gemäß den aktuellsten Daten des Intergovernmental Panel on Climate Change IPCC. Demnach hat 1 kg Methan die 25fache Klimawirkung eines kg CO2 und ein kg Lachgas die 298fache Wirkung. Das Gesamtergebnis wird in kg CO2-Äquivalenten (CO2eq) angegeben.

Außer den bereits genannten Gasen sind die folgenden Fluorkohlenwasserstoffe, perfluorierten Kohlenwasserstoffe und Schwefelhexafluorid klimarelevant und werden hier mit den dazugehörigen Summenformeln sowie Treibhauspotenzialen (kg CO2eq / kg) aufgeführt.

HFC-23 (CHF3) - 14.800
HFC-32 (CH2F2) - 675
HFC-41 (CH3F) - 92
HFC-43-10mee (C5H5F10) - 1.640
HFC-125 (C2HF5) – 3.500
HFC-134 (C2H2F4) - 1.100
HFC -134a (CH2FCF3) – 1.430
HFC-152a (C2H4F2) - 124
HFC-143 (C2H3F3) - 353
HFC-143a (C2H3F) – 4.470
HFC-227ea (C3HF7) – 3.220
HFC-236fa (C3H2F6) – 9.810
HFC-245ca (C3H3F5) – 693
Perfluormethan (CF4) – 7.390
Perfluorethan (C2F6) – 12.200
Perfluorpropan (C3F8) 8.830
Perfluorbutan (C4F10) – 8.860
Perfluorpentan (C5F12) – 9.160
Perfluorhexan (C6F14) - 9.300
Perfluorcyclobutan (c-C4F8) – 10.300
Schwefelhexafluorid (SF6) – 22.800


Um auch diese Gase zu bilanzieren, geben sie einfach das Produkt aus Masse und Klimafaktor unter sonstige direkte Emissionen an.
3. Warum werden keine Emissionen berechnet, wenn ich Elektrizität aus erneuerbaren Energiequellen angebe? Im Energiebezug werden die Emissionen, die bei der Energieerzeugung verursacht werden, betrachtet. Bei der Erzeugung von Strom aus Solar-, Wasser-, oder Windkraft werden keine Emissionen verursacht. Bei der Erzeugung aus Biomasse werden zwar Emissionen verursacht, diese wurden von den Pflanzen jedoch innerhalb eines überschaubaren Zeithorizonts der Atmosphäre entzogen, sodass man hier trotzdem von einem CO2-neutralen Prozess spricht. In Scope 3, dem Bilanzbereich Vorleistungen werden jedoch Emissionen aus den Vorketten berücksichtigt. Unabhängig woher Sie Ihren Strom beziehen geben sie hierfür also einmal die Strommenge in Scope 2 und einmal die Kosten in Scope 3 an.

Das Vorgehen, eine Position in zwei Scopes anzugeben, wiederholt sich übrigens bei den in Scope 1 betrachteten Energieträgern. Wenn Sie beispielsweise mit Erdgas heizen, geben sie die bezogene Menge in Scope 1 an, die dadurch verursachten Kosten in Scope 3.
4. Auf welcher Datengrundlage ist CliCCC aufgebaut? Die Berechnungen beziehen sich auf die Umweltökonomische Gesamtrechnung. Hierbei wird die Nutzung und Beeinträchtigung der Natur ins Verhältnis zur Wertschöpfung gesetzt. Bei diesem Tool wird ausschließlich die Klimawirksamkeit betrachtet; andere Bereiche der umweltökonomischen Gesamtrechnung bleiben außen vor. Die zugrundeliegende Methodik zur Berechnung der Klimawirksamkeit mit den benutzten Faktoren ist dem Kyoto-Protokoll entnommen.
5. Wie sicher sind meine Daten? Für CliCCC werden allgemeine Angaben über den betrachteten Standort eines Unternehmens (Umsatz und Branchenzugehörigkeit) sowie detaillierte Informationen zu klimarelevanten Energieverbräuchen und Vorleistungen erhoben. Die erfassten Daten dienen ausschließlich zur Berechnung der CO2-Bilanz und werden nicht im Internet oder auf den Servern der Betreiber gespeichert. Die Nutzer können die Daten aber auf ihren eigenen Computern als XML-Datei sichern. Zusätzlich erfolgt die Verbindung zu den Servern, auf denen CliCCC läuft, über eine sichere und zertifizierte https-Verbindung.
6. Wie funktioniert das Tool? CliCCC erfasst direkte Treibhausgasemissionen eines Unternehmens über hinterlegte Emissionsfaktoren für gängige Brennstoffe und zusätzlich über die Direkteingabe sonstige Emissionsmengen. Anhand der Emissionsfaktoren werden auch die indirekten Emissionen eingekaufter Energie (insbesondere Strom) ermittelt. Für alle anderen Vorleistungen des Unternehmens, z.B. den Einkauf von Vorprodukten oder die Inanspruchnahme von Dienstleistungen, werden die indirekten Treibhausgasemissionen mithilfe statistischer Methoden aus der umweltökonomischen Gesamtrechnung Deutschlands bestimmt. Diese ermöglicht die Bestimmung branchenspezifischer Durchschnittswerte für Treibhausgasemissionen pro Euro Umsatz. Auf diese Weise werden die Klimawirkungen des Unternehmens von der Rohstoffentnahme bis zum Werkstor (so genannter „cradle to gate“-Ansatz) angenähert und ermöglichen eine umfassende Erstanalyse. Unternehmen bekommen Hinweise, welche Energieträger und welche Vorleistungen besonders großen Einfluss auf die CO2-Bilanz haben.
7. Wer hat das Tool entwickelt? CliCCC wurde von der ifu Hamburg GmbH auf Basis der Ergebnisse des im Programm „KMU-innovativ: Ressourcen- und Energieeffizienz" vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Forschungsvorhabens „CliCCC“ (Climate & Carbon Calculator for Companies) entwickelt. Das Vorhaben wurde gemeinsam von der ifu Institut für Umweltinformatik Hamburg GmbH, dem Institut für Industrial Ecology der Hochschule Pforzheim und der Industrie- und Handelskammer Südlicher Oberrhein durchgeführt.
8. Wie funktioniert die Ermittlung länderspezifischer Emissionsfaktoren in den Vorleistungen? Bei der Eingabe Ihrer Vorleistungen können Sie Herkunftsländer auswählen. Ihnen stehen dafür sämtliche Nachbarländer Deutschlands und alle größeren Industrieländer Europas und der Welt zur Verfügung. Für alle anderen Länder gibt es Gruppen, die Durchschnittswerte abbilden, bspw. Afrika oder sonstiges Asien. Die als "sonstige" gekennzeichneten Gruppen umfassen alle Länder des Kontinents/der Region, die nicht einzeln gelistet sind. Die Umrechnungsfaktoren werden über die umweltökonomische Gesamtrechnung und länderspezifische Emissionsintensitäten berechnet, d.h. es wird das Verhältnis aus kaufkraftbereinigter Wirtschaftsleistung und der Gesamtemissionsmenge des jeweiligen Landes berücksichtigt.
9. Was hat sich von Version 2012 auf CliCCC 2013 geändert? Alle aufgeschlüsselt verfügbaren Emissionsdaten wurden so bearbeitet, dass sie nach den aktuell geltenden Klimawirkungen aller Treibhausgase bewertet werden können. Dabei handelt es sich um die Quellen für Scope 1 und die Emissionen der Umweltökonomischen Gesamtbetrachtung in Scope 3. Ausgenommen davon sind die Werte des Scope 2 und der Länderanpassungsfaktoren die nur in aggregierter Form verfügbar sind. Für den CliCCC Rechner wurden die neuesten Erkenntnisse des GHG-Protocol berücksichtigt. Das bedeutet Methan hat eine 100-Jährige Klimawirkung von 25 kg statt 21 kg CO2eq und Lachgas von 298 kg statt 310 kg CO2eq

Für die Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung wurde ein neuer Standard (WZ2008) eingeführt durch den einzelne Wirtschaftszweige umgruppiert oder weiter aufgeschlüsselt wurden. Die Darstellung der Daten in der Umweltökonomischen Gesamtrechnung wurde noch nicht in diesem Format umgesetzt. Dadurch haben sich die Formate der Umweltökonomischen Gesamtrechnung und der Input-Output-Tabelle der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung dahingehend geändert, dass sie nicht mehr direkt vergleichbar sind. Basierend auf den neuen Formaten wurde eine neue Schnittmenge gefunden die bedeutet, dass nun 52 Wirtschaftszweige auswählbar sind, statt wie zuvor 68. Diese Gruppierung basiert nach wie vor auf Standards des Statistischen Bundesamtes, bildet aber in einzelnen Teilbereichen allgemeinere Gruppen ab.

Der verwendete Emissionsfaktor von Erdgas entspricht dem Brennwert (HO). In der neuen Version wurde dies nun kommentiert um den Anwender in der Verwendung der richtigen Bezugsgröße zu unterstützen.
10. Worum handelt es sich bei den Nummern hinter den Branchen? Dies ist die Klassifikation für Wirtschaftszweige nach dem Standard (WZ 2008). Diese Klassifikation des Statistischen Bundesamtes umfasst alle Gewerbetypen Deutschlands.
11. Wie gehe ich am besten vor, wenn ich die Scope 3 Eingaben leisten will? Die Erfahrung hat gezeigt, dass die Analyse Ihrer Aufwendungen und Investitionen schnell zum Ziel führt. Hierzu eignen sich entsprechende Auswertungen aus Ihrem Warenwirtschaftssystem, wie z.B. ein Einkaufsbericht über die Jahresumsätze je Kreditor.

Oft beziehen Unternehmen Produkte oder Dienstleistungen mehrerer Wirtschaftszweige von einem Lieferanten. In diesen Fällen empfehlen wir die Aufteilung der Einkaufswerte auf die jeweiligen Wirtschaftszweige.