Glossar

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Bezugsland
Als Bezugsland wird in Scope 3 (siehe Scope) zusammengefasst angegeben, aus welchem Land ein Unternehmen seine jeweiligen Vorleistungen beziehen. Die verursachten Emissionen können sich, abhängig von der ökonomischen Gesamtrechnung, zwischen den Ländern unterscheiden.
Bilanzbereich
siehe Scope
CH4
siehe Methan
CO2
siehe Kohlenstoffdioxid
CO2-Äquivalent
Das Ergebnis der CO2-Bilanz wird in der Einheit Kilogramm bzw. Tonne CO2-Äquivalente (kg bzw. t CO2eq) angegeben. Die Emissionen der verschiedenen Klimagase werden dafür so gewichtet, dass sie der Wirkung des bekanntesten Klimagases CO2 entsprechen.
CO2-Bilanz
Als CO2-Bilanz werden hier die gesamten erfassten Emissionen bezeichnet, die einer Firma im Bilanzzeitraum zugeordnet wurden. In anderen Zusammenhängen wird hierfür auch der Begriff CO2-Fußabdruck benutzt, oder im englischsprachigen Raum ‚Corporate Carbon Footprint‘ (CCF).
Direkte Emissionen
Als direkte Emissionen werden Emissionen bezeichnet, die am Standort emittiert werden. Bei der Verbrennung von Erdgas beispielsweise entsteht Kohlenstoffdioxid (CO2), das an dieser betrachtet wird. Direkte Emissionen sind in Scope 1 zusammengefasst (siehe Scope).
Elektrizität aus erneuerbaren Energien
Als Elektrizität aus erneuerbaren Energien wird Strom aus erneuerbaren Energiequellen bezeichnet. Hierzu zählen beispielsweise Wind, Sonne und Biomasse. Laut GHG-Protocol darf dieser Strom in Scope 2 als CO2-neutral in die Berechnung eingehen.
Emissionsfaktor
Als Emissionsfaktor wird die Menge an CO2 bzw. CO2-Äquivalenten bezeichnet, die durch die Bereitstellung eines bestimmten Produktes verursacht werden.
GHG Protocol
Greenhouse Gas Protocol Initiative (GHG Protocol) des World Resource Institute und des World Business Council for Sustainable Development stellt einen Standard zur Erstellung von CO2-Bilanzen von Unternehmen und Organisationen zur Verfügung, der weltweit anerkannt ist. Sie finden diesen Standard unter http://www.ghgprotocol.org/files/ghgp/public/ghg-protocol-revised.pdf
Indirekte Emissionen
Die Herstellung genutzter Energie, Rohstoffe und Produkte sowie die Erbringung bezogener Dienstleistungen verursachen Emissionen. Diese entstehen nicht am Standort Ihrer Firma, sondern räumlich und zeitlich davon getrennt, werden jedoch in der CO2-Bilanz berücksichtigt. Indirekte Emissionen des Energiebezugs werden in Scope 2 zusammengefasst, indirekte Emissionen aus Vorleistungen in Scope 3 (siehe Scope und Vorleistung).
Kohlenstoffdioxid
Kohlenstoffdioxid (häufig auch Kohlendioxid) ist das bekannteste Treibhausgas. Es hat die chemische Summenformel CO2. Die Treibhauswirkung aller anderen klimawirksamen Gase wird im Vergleich zur Treibhauswirkung von Kohlenstoffdioxid angegeben. Es entsteht bei allen Verbrennungsprozessen.
Kumulierte Emissionsintensität (KEI)
Für die Berechnung der kumulierten Emissionsintensität (KEI) werden die verursachten Gesamtemissionen ins Verhältnis zum Umsatz gesetzt. Dies ermöglicht beispielsweise den Vergleich der CO2-Bilanzen aus verschiedenen Jahren.
Kyoto-Protokoll
Das Kyoto-Protokoll ist ein völkerrechtlich verbindliches Abkommen mit dem Ziel, den Ausstoß vonTreibhausgasen zu reduzieren. Mehr als 190 Länder haben das Kyoto-Protokoll ratifiziert.
Lachgas
Dieses Gas mit der chemischen Summenformel N2O entsteht zum Beispiel bei Verbrennungsprozessen oder bei Einsatz von stickstoffhaltigem Dünger in der Landwirtschaft. Es gehört zu den Treibhausgasen und hat die 298fache Treibhauswirkung von Kohlenstoffdioxid.
Methan
Methan ist eine gasförmige Verbindung mit der chemischen Summenformel CH4. Es ist der Hauptbestandteil von Erdgas, entsteht jedoch beispielsweise auch bei Abwasserbehandlung oder Müllentsorgung, sowie durch Rinderhaltung. Gelangt Methan in die Atmosphäre, wirkt es dort als Treibhausgas und hat dort ein 25mal höheres Treibhauspotenzial als Kohlenstoffdioxid.
N2O
Distickstoffmonoxid, siehe Lachgas
Scope
Die verursachten Emissionen werden in drei Bilanzbereiche (engl. Scopes) eingeteilt. Siehe Direkte Emissionen (Scope 1) und indirekte Emissionen aus Energiebezug (Scope 2) und Vorleistungen (Scope 3).
Treibhausgas
Als Treibhausgase werden Gase bezeichnet, die durch ihre spezifischen Eigenschaften zur Klimaerwärmung beitragen, wenn sie durch menschliche Aktivitäten verursacht, vermehrt in die Atmosphäre gelangen. Weitere Informationen zu den Klimafaktoren vom IPCC: http://www.ipcc.ch/publications_and_data/ar4/wg1/en/errataserrata-errata.html#2-14table.
Treibhausgaspersonenjahre
Der Wert Treibhausgaspersonenjahre gibt an, wie viele Personen im Laufe eines Jahres so viel Klimawirkung verursachen, wie Ihr Unternehmen. Ein Treibhausgaspersonenjahr entspricht in Deutschland etwa 10 Tonnen CO2-Äquivalent.
Umweltökonomische Gesamtrechnung
Die Umweltökonomische Gesamtrechnung quantifiziert anhand verschiedener Indikatoren, welche Umweltauswirkungen durch Produktion und Konsum verursacht werden und setzt diese ins Verhältnis zur wirtschaftlichen Produktivität und zu standardisierten Gütergruppen.
Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung (VGR)
Die Input-Output-Rechnung gibt einen detaillierten Einblick in die Güterströme und die Produktionsverflechtung der Volkswirtschaft geschlüsselt nach Wirtschaftszweigen.
Vorkette
Vorleistungen werden inklusive Vorketten betrachtet. Das bedeutet, dass beispielsweise bei Chemikalien, die in Scope 3 betrachtet werden, der gesamte Herstellungsprozess ab der Entnahme der Rohstoffe aus der Erde betrachtet wird.
Vorleistung
Als Vorleistungen werden alle bezogenen Waren und Dienstleistungen bezeichnet. Außerdem umfasst der Begriff Anschaffungen des Anlagevermögens.
Wirtschaftszweige
Die Vorleistungen werden entsprechend dem WZ 2008 Kode nach Wirtschaftszweigen gegliedert.
WZ 2008 Kode
Die Klassifikation der Wirtschaftszweige, Ausgabe 2008 (WZ 2008), dient der einheitlichen statistischen Erfassung der wirtschaftlichen Tätigkeiten von Unternehmen, Betrieben und anderen statistischen Einheiten in Deutschland. Sie basiert auf der statistischen Systematik der Wirtschaftszweige in der Europäischen Gemeinschaft (NACE Rev. 2) und trägt durch tiefere Untergliederung nationalen Bedürfnissen Rechnung.